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Autokaufrecht – Fachanwältin für Verkehrsrecht

„Augen auf beim Autokauf“ lautet ein bekanntes und häufig zutreffendes Sprichwort.
Denn die Freude über ein neues Auto kann schnell zum Ärgernis werden, wenn sich herausstellt, dass das Kfz einen nicht gleich erkennbaren Mangel aufweist oder ihm eine vollmundig zugesicherte Eigenschaft fehlt. In einem solchen Fall ist Frau Rechtsanwältin Hoffmann-Benz gerne bereit, den enttäuschten Käufer zu beraten und seine Rechte außergerichtlich und notfalls auch gerichtlich durchzusetzen.

 

Ist das Fahrzeug mangelhaft, kann der Käufer Rechte wegen Sachmängeln, besser bekannt als Gewährleistungsrechte, geltend machen. Der Käufer eines mangelhaften Pkws kann vom Verkäufer die Nacherfüllung des Kaufvertrages, den Rücktritt vom Kaufvertrag erklären, den Kaufpreis mindern,Schadenersatz fordern oder Ersatz von sog. frustrierten Aufwendungen verlangen. Je nach Fallgestaltung wird er beraten werden, welche Maßnahme in seinem Fall die sinnvollste ist. Statt der Mängelbeseitigung kann der Käufer auch eine Ersatzlieferung, also ein anderes Fahrzeug mit den vereinbarten Eigenschaften, verlangen. Ist eine Nacherfüllung nicht möglich, wurde diese vom Verkäufer verweigert, schlug sie entweder fehl oder war nicht zumutbar, kann der Erwerber auch vom Kaufvertrag zurücktreten, wenn der Mangel oder die gerügten Mängel jeder für sich oder in ihrer Gesamtheit nicht unerheblich sind. Auch wenn ein Verkäufer dies häufig anders sehen wird, können auch kleinere Mängel durchaus erheblich sein, wenn sie sich trotz aufwendiger Reparaturversuche nicht beheben lassen. Der Käufer eines mangelhaften Kfz ist grundsätzlich auch berechtigt, den Kaufpreis zu mindern. Dies gilt auch dann, wenn der Mangel nicht erheblich sein sollte. Hierzu bedarf es jedoch einer Minderungserklärung, die dem Verkäufer auch zugehen muss.

 

Wenn sich ein Fahrzeugmangel zeigt, kann der Käufer auch Schadenersatz verlangen. Es kann Ersatz für Mängelschäden z.B. für den Reparaturaufwand, Ersatz für sog. Mangelfolgeschäden wie beispielsweise Schäden, die infolge des Mangels an anderen Rechtsgütern aufgetreten sind, und Ersatz für Schäden, die auf einer Verzögerung der Nacherfüllung beruhen, wie z.B. Kosten für die Anmietung eines Ersatzfahrzeuges, Umbaukosten etc. verlangt werden. Der Käufer kann auch Aufwendungen vom Verkäufer ersetzt verlangen, die er im Vertrauen auf den Erhalt des Fahrzeuges gemacht hat. Hierzu zählen z.B. die Vertragskosten (Kosten der Überführung und Zulassung des Autos). Der Käufer kann allerdings keinen Ersatz für den Wert der eigenen Arbeitsleistung und auch nicht Kosten eines günstigeren Alternativgeschäfts fordern. Aber wann spricht man überhaupt von einem Mangel des Fahrzeuges?
Ein Mangel liegt vor, wenn

 

  • eine ausdrückliche Vereinbarung vom Verkäufer nicht eingehalten wurde
  • der Pkw für die nach dem Vertrag vorausgesetzte Verwendung nicht geeignet ist
  • sich das Kfz für die gewöhnliche Verwendung nicht eignet und eine Beschaffenheit fehlt, die bei Fahrzeugen der gleichen Art üblich ist und die der Käufer nach der Art der Sache erwarten kann
  • Werbeaussagen und/oder Produktbeschreibungen, die in Prospekten vom Verkäufer oder vom Hersteller geäußert werden,nicht eingehalten werden
  • Unfallschäden verschwiegen
  • der Verkäufer ein anderes Kfz liefert als vereinbart, etc.
Wird ein Fahrzeug bei einem Händler gekauft, erfolgt dies oft im Wege einer Finanzierung. Hierzu wird ein Darlehensvertrag, meist mit einem Kreditinstitut oder einer Finanzierungsbank, geschlossen. Zeigen sich bei einem Leasingfahrzeug oder bei einem finanzierten Pkw Mängel, sehen die meisten Leasingverträge vor, dass der Leasinggeber oder Sicherungseigentümer seine Gewährleistungsansprüche gegen den Händler an den Leasingnehmer abtritt. Möglicherweise wendet der Verkäufer ein, dass es sich bei dem Defekt des Fahrzeuges nicht um einen Mangel handelt, sondern um bloßen Verschleiß. Typische Verschleißerscheinungen können z.B. abgefahrene Bremsbeläge und Bremsscheiben, Reifen etc. sein, die gerade bei älteren Gebrauchtwagen unvermeidbar sind.
Manche Fahrzeuge werden z. B. als „Bastlerfahrzeug“ verkauft. Kann ein solches Fahrzeug noch Mängel aufweisen? In einem solchen Fall kann das Vorliegen eines Mangels problematisch sein.

 

In einigen Kaufverträgen finden sich sog. Gewährleistungsausschlüsse mit denen der Verkäufer seine Haftung für Fahrzeugmängel ausschließen möchte. Ein solcher Gewährleistungsausschluß kann nur wirksam vereinbart werden, wenn der Käufer kein Verbraucher ist und der Verkäufer kein Unternehmer. Bei einem Kaufvertrag zwischen zwei Verbrauchern bestehen zwar grundsätzlich Gewährleistungsrechte des Käufers, diese werden aber in der Regel wirksam ausgeschlossen. Der Vertrag beinhaltet häufig die Klausel: „Das Fahrzeug wird unter Ausschluss der Sachmängelhaftung verkauft“ oder „gekauft wie gesehen“. Bei Vorliegen einer solchen Vereinbarung besteht grundsätzlich die Möglichkeit den Vertrag wegen arglistiger Täuschung anzufechten. Eine Täuschung kann durch aktives Tun oder durch Unterlassen (durch Verschweigen von Umständen, die für die Kaufentscheidung wesentlich waren) geschehen. Teilt der Händler z.B. nur das Datum der Erstzulassung mit und verschweigt den Umstand, dass der Pkw zuvor zwei Jahre im Autohaus gestanden hat, kann der Käufer den Kaufvertrag wegen arglistiger Täuschung anfechten und die Rückzahlung des Kaufpreises fordern.

Ein Sonderfall ist der durchaus nicht seltene sog. Agenturvertrag. Hier tritt der Händler nur als Vermittler für den Verkäufer auf bzw. wird im Kundenauftrag tätig. Nicht bei jedem Gebrauchtwagenkauf vom Händler ist der Händler auch der Vertragspartner. Auf diese Weise kann die Gewährleistung wirksam ausgeschlossen werden. Oft findet sich der Hinweis „im Kundenauftrag“. Diese Fälle sind häufig Gegenstand streitiger Auseinandersetzungen. Neben diesen Gewährleistungsrechten können einem Käufer auch Garantieansprüche zustehen. Häufig wird eine Gebrauchtwagengarantie angeboten. Die Garantie ist von den gesetzlichen Gewährleistungsrechten zu unterscheiden. Eine Garantie ist eine freiwillige Leistung des Händlers und kann und wird in der Regel auf bestimmte, im einzelnen aufgeführte Fahrzeugteile beschränkt. Herstellergarantien haben einen großen Vorteil: Ansprüche können gegenüber dem Hersteller geltend gemacht werden, bei dem das Risiko einer Insolvenz wesentlich geringer ist, als bei einem Gebrauchtwagenhändler „um die Ecke“. Üblich sind auchBeschaffenheitsgarantien, also Garantien für eine bestimmte Beschaffenheit eines Kfz. Klassisches Beispiel: „Das Auto ist garantiert unfallfrei.“ Der Kunde kann seine Garantieansprüche u.U. verlieren, wenn er die festgelegten Garantiebedingungen nicht einhält.

 

Bei jeglichen Streitigkeiten und Problemen mit Autohäusern, Kfz-Händlern, Privatverkäufern und Herstellern empfehlen wir die Hilfe eines qualifizierten Rechtsanwalts in Anspruch zu nehmen. Die Rechtsanwälte der Kanzlei Mühlenbein & Kollegen sind seit Jahren im Bereich des Autorechts tätig und stehen Ihnen gerne zur Seite. Frau Rechtsanwältin Hoffmann-Benz, die spezialisiert auf diesem Gebiet arbeitet, ist Co-Autorin des n-tv Verbraucherratgeber „Autokauf, Leasing und Reparatur“. Sie verfügt über intensive Kenntnisse und Erfahrungen auf diesem Rechtsgebiet. Am Rande weisen wir noch darauf hin, dass die Kanzlei Mühlenbein & Kollegen im Bereich des Verkehrszivilrechts (Unfallregulierungen, etc.) sowie im Bereich des Verkehrsstrafrechts und des Verkehrsordnungswidrigkeitenrechts  tätig ist, so dass wir Ihre qualifizierten Ansprechpartner für alle juristischen Probleme auf diesen Rechtsgebieten sind.
 
 

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