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Abgasskandal – Ihre Ansprüche!

Täglich verurteilen weitere Gerichte die Hersteller von betroffenen Dieselfahrzeugen zum Schadensersatz bzw. Rückerstattung des Kaufpreises. 

Das für Autokäufer im hiesigen Bereich zuständige Landgericht Arnsberg vertritt die verbraucherfreundliche und zutreffende Ansicht, dass die VW AG durch das Inverkehrbringen der manipulierten Motoren in den Fahrzeugen der Käufer ein vorsätzliches sittenwidriges Verhalten anzulasten ist. Begründet wird dies damit, dass die VW AG in großem Umfang und mit erheblichem technischen Aufwand gesetzliche Umweltschutzvorschriften ausgehebelt und zugleich die Endkunden manipulierend beeinflusst hat. So hat die Herstellerin dabei nicht einfach nur gesetzliche Abgaswerte außer Acht gelassen, sondern mit der Umschaltvorrichtung zugleich ein System  zur planmäßigen Verschleierung ihres Vorgehens gegenüber den Aufsichtsbehörden und den Verbrauchern geschaffen. Der Hersteller wurde zur Erstattung des Kaufpreises verurteilt. Der Käufer musste sich nur eine Nutzungsentschädigung für die gefahrenen Kilometer anrechnen lassen.

Einige Gerichte sehen sogar davon ab, dass die Käufer sich eine Nutzungsentschädigung für gefahrene Kilometer anrechnen lassen müssen. So z.B. das Oberlandesgericht Hamburg. Dieses verurteilte am 15.07.2019 (Az. 4 U 97/17) einen Händler dazu, dem Käufer eines im Jahre 2014 erworbenen und manipulierten VW Tiguan einen neuen und mangelfreien VW Tiguan aus der aktuellen Serie zu liefern. Der geschädigte Käufer gibt seinen manipulierten Tiguan zurück und muss keine (!) Nutzungsentschädigung zahlen. Der Käufer hat den manipulierten VW damit über fünf Jahre kostenlos genutzt.

Und noch eine gute Nachricht für Käufer von betroffenen VW-Dieselfahrzeugen, die bisher noch keine Klage gegen die VW AG eingereicht bzw. sich nicht der Musterfeststellungsklage angeschlossen hatten. Auch Ihre  Ansprüche sin08/08/2019d entgegen mancher Berichterstattung nicht zwangsläufig mit Ablauf des 31.12.2018 verjährt.

Denn vereinfacht gesagt beginnt die dreijährige Verjährungsfrist erst dann zu laufen, wenn der Geschädigte Kenntnis davon erlangt hat, dass sein Fahrzeug von der Manipulation betroffen ist. Dabei wird man beispielsweise auf den Zeitpunkt abstellen können, an dem der Geschädigte ein Rückrufschreiben erhalten hat. Der Großteil dieser Schreiben wurde beginnend Februar 2016 versandt. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass alle VW-Kunden, die erst 2016 von der Abgasmanipulation Ihres Fahrzeugs erfahren haben zumindest noch bis zum 31.12.2019 Schadensersatzansprüche gegen Volkswagen gelten machen können.

Wir unterstützen Sie gerne bei Fragen rund um den Abgasskandal  für Autokäufer von VW, Audi, Porsche, Daimler und anderen Herstellern.

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Aktuelle Urteile:

VW Tiguan

Das Landgericht Arnsberg (Az. I-O 841/18) verurteilte die Herstellerin zur Rückerstattung des Kaufpreises abzüglich einer Nutzungsentschädigun für die gefahrenen Kilometer.

 

Audi A6 Avant

Sowohl das Landgericht Köln (Az. 16 O 371/18) wie auch das Landgericht Heilbronn (Az. 4 O 219/18) verurteilten jeweils die Händler dazu, den manipulierten A6 Avant gegen Erstattung des Kaufpreises zurückzunehmen. In beiden Fällen abzüglich einer Nutzungsentschädigung.

 

Audi SQ5 (und SQ5 Plus)

Das LG Flensburg (Az. 7 O 90/18) verurteilte einen Händler zur Rücknahme eines Audi SQ5 gegen Rückzahlung des Kaufpreises abzüglich einer Nutzungsentschädigung. Der SQ5 war durch den geschädigten Käufer sogar schon selbst wieder verkauft worden. Neben der Nutzungsentschädigung muss sich der ursprüngliche Käufer daher auch den Verkaufspreis anrechnen lassen.

Auch das Landgericht Stuttgart (Az. 7 O 383/18) entschied zu Gunsten des Käufers. Der Händler muss den manipulierten SQ5 Plus zurücknehmen und den Kaufpreis zurückzahlen. Dies jedoch abzüglich einer Nutzungsentschädigung.

 

Audi A5

Das Landgericht Offenburg (Az. 3 O 94/18) verurteilte die VW AG zur Rücknahme eines Audi A5 mit 3-Liter-Motor. Es handelte sich um ein Leasing-Fahrzeug. Die Volkswagen AG muss den Kaufpreis erstatten unter Anrechnung einer Nutzungsentschädigung. Das LG Offenburg verurteilte zudem die Audi AG zum Schadensersatz wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung. Der Leasingnehmer darf die gezahlten Raten zurückverlangen.

 

Audi A4 Avant

Das Landgericht Stuttgart (Az. 7 O 265/18) verurteilte einen Händler dazu, einen manipulierten Audi A4 Avant zurückzunehmen gegen Erstattung des Kaufpreis an den geschädigten Käufer. Der Käufer muss sich jedoch eine Nutzungsentschädigung anrechnen lassen. Das LG Stuttgart verurteilte auch die Audi AG zum Schadensersatz wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung.

 

VW Tiguan

Das OLG Hamburg verurteilte am 15.07.2019 (Az. 4 U 97/17) einen Händler dazu, dem Käufer eines im Jahre 2014 erworbenen und manipulierten VW Tiguan einen neuen und mangelfreien VW Tiguan aus der aktuellen Serie zu liefern. Der geschädigte Käufer gibt seinen manipulierten Tiguan zurück und muss keine Nutzungsentschädigung zahlen. Der Käufer hat den manipulierten VW damit über fünf Jahre kostenlos genutzt.

 

Porsche – Macan S Diesel

Am 14.06.2019 verurteilte das Landgericht Erfurt (Az. 10 O 783/18) die Porsche AG zum Schadensersatz. Das Landgericht ging von vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung aus. Das Fahrzeug verfügte über eine unzulässige Abschalteinrichtung. Der geschädigte Käufer darf den Porsche gegen Erstattung des Kaufpreises zurückgeben.

 

Skoda Octavia Combi 2,0 TDI

In einem Urteil vom 18.07.2019 sprach das OLG Karlsruhe (Az. 17 U 160/18) einem geschädigten Käufer Schadensersatz durch die Volkswagen AG wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung zu. Der Käufer darf den Kaufvertrag rückabwickeln und das den Skoda zurückgeben. Im Gegenzug erhält er eine Erstattung des Kaufpreises nebst Zinsen und darf zusätzlich die sonstigen Schäden, die aus dem Kaufvertrag resultieren ersetzt verlangen.

 

Mercedes – GLK 2XX CDI Euro 5

Am 25.06.2019 entschied das Landgericht Stuttgart (Az. 23 O 127/18) gegen die Daimler AG und verurteilte diese zu Schadensersatz bezüglich eines Mercedes GLK wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung, da das Fahrzeug über eine unzulässige Abschalteinrichtung in Form eines Thermofensters verfüge. Der Käufer darf das Fahrzeug gegen Erstattung des Kaufpreises zurückgeben, muss sich jedoch eine Nutzungsentschädigung anrechnen lassen.

Bekannt wurde auch, dass es durch das Kraftfahrtbundesamt einen Rückruf in Bezug  auf den Mercedes GLK Euro 5 geben soll.

 

 

 
 

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